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BImSchV Stufe 1 und 2 2026 — Grenzwerte für Kaminofen

Was bedeutet BImSchV Stufe 1 und Stufe 2 für deinen Kaminofen. Grenzwerte für Staub und CO Übergangsfristen Nachrüstpflicht Brennholz-Qualität für Bestandsöfen erklärt.

Von Sascha Ardeleanu · ·

Die 1. BImSchV erlaubt Kaminöfen seit 2015 (Stufe 2) höchstens 0,04 g/m³ Staub und 1,25 g/m³ CO — halb so viel wie Stufe 1 von 2010. Brennholz muss unter 25 % Restfeuchte liegen, sonst ist die Verbrennung unzulässig. Für Bestandsöfen gelten Übergangsfristen 2020/2024/2027 nach Baujahr. Was im Detail für deinen Ofen gilt:

Schnellantwort

  • Stufe 1 seit 22.03.2010: Staub max 0,075 g/m³, CO max 2 g/m³
  • Stufe 2 seit 01.01.2015: Staub max 0,04 g/m³, CO max 1,25 g/m³
  • Holz-Restfeuchte max 25% (Pflicht für legale Verbrennung)
  • Bestandsöfen Übergangsfristen 2020/2024/2027 nach Baujahr
  • Neue Öfen ab 2015 müssen Stufe 2 erfüllen

Was die BImSchV regelt

Anwendungsbereich

  • Einzelraumfeuerungsanlagen: Kaminöfen, Kachelöfen, offene Kamine
  • Holz-Zentralheizungen: Pelletkessel, Holzvergaserkessel, Hackschnitzelheizungen
  • Werkstattöfen und andere Kleinfeuerungen

Größere Anlagen (Industrie, BHKW) fallen unter die 4. BImSchV.

Grenzwerte

ParameterStufe 1 (2010-2014)Stufe 2 (ab 2015)
Staub0,075 g/m³0,04 g/m³
CO (Kohlenmonoxid)2 g/m³1,25 g/m³
Wirkungsgrad min.73 %75 %

Die Stufe-2-Werte sind etwa doppelt so streng wie Stufe 1. Moderne Öfen schaffen die Werte spielend — alte Öfen brauchen oft Nachrüstung oder Austausch.

Was gilt für Bestandsöfen?

Übergangsfristen nach Baujahr

BaujahrFrist für Nachrüstung/Austausch
Bis 1974bis 31.12.2014 (lange vorbei)
1975-1984bis 31.12.2017 (vorbei)
1985-1994bis 31.12.2020 (vorbei)
1995-2010bis 31.12.2024 (knapp vorbei!)
2011-2014bis 31.12.2027 (läuft 2027 ab)
Ab 2015bereits Stufe 2-konform

Wer 2026 noch einen Ofen Baujahr 1995-2010 ohne Nachweis betreibt: Verstoß gegen BImSchV.

Was bedeutet Nachweis?

Der Ofen muss nachweislich die Grenzwerte einhalten:

  1. Herstellerbescheinigung für ältere Öfen (oft schwer zu bekommen)
  2. Messung durch Schornsteinfeger (kostet ca. €100-200)
  3. Nachrüstung mit Staubfilter (Katalysator, Feinstaubfilter — €500-2.000)
  4. Austausch durch BImSchV-Stufe-2-konformen Ofen

Ausnahmen

  • Offene Kamine sind von den Grenzwerten ausgenommen (dürfen aber nicht als Hauptheizung betrieben werden)
  • Historische Öfen vor 1950 mit Denkmalschutz
  • Grundöfen (gemauerte Kachelöfen) sind oft ausgenommen je nach Bundesland

Checkliste: ist mein Ofen BImSchV-fit?

Vier Fragen, und du weißt grob, wo du stehst:

  1. Baujahr des Ofens? Das Typenschild (meist hinten oder seitlich) verrät es. Ab 2015 bist du auf der sicheren Seite (Stufe 2).
  2. Herstellerbescheinigung vorhanden? Alte Rechnung, Bedienungsanleitung oder Datenblatt mit Staub- und CO-Werten — das ist dein Nachweis.
  3. Was sagt der Schornsteinfeger? Er hat deine Feuerstätte erfasst und weiß, ob und bis wann Handlungsbedarf besteht.
  4. Brennst du trocken? Holz unter 20 % Restfeuchte ist Voraussetzung, damit der Ofen die Werte überhaupt halten kann.

Sind alle vier Punkte grün, musst du nichts tun. Hakt einer, klärst du ihn am besten vor der nächsten Heizsaison — nicht erst, wenn der Schornsteinfeger vor der Tür steht.

Was bei der Feuerstättenschau passiert

Der bezirkszuständige Schornsteinfeger kommt regelmäßig zur Feuerstättenschau — meist zweimal im Zeitraum von sieben Jahren. Dabei prüft er nicht nur den Schornstein, sondern auch, ob deine Feuerstätte den Anforderungen entspricht und sicher betrieben wird.

Wird ein Ofen ohne gültigen Nachweis betrieben, fordert er dich auf, das nachzuholen — über Herstellerbescheinigung, Messung, Nachrüstung oder Austausch. Reagierst du nicht, kann die zuständige Behörde die Stilllegung anordnen und ein Bußgeld verhängen. Wer kooperiert und eine Frist nennt bekommt in der Praxis meist Zeit. Wichtig: Der Schornsteinfeger ist hier nicht Gegner, sondern die Stelle, die dir sagt, was konkret zu tun ist — frag ihn aktiv, statt die Aufforderung auszusitzen.

Nachrüsten oder austauschen — was lohnt?

Steht dein Bestandsofen vor der Frist, hast du zwei Wege. Die Faustregel:

  • Nachrüsten (Katalysator oder Feinstaubfilter, rund 500–2.000 €) lohnt nur bei einem ansonsten guten, nicht zu alten Ofen — und nur, wenn der Filter für dein Modell überhaupt zugelassen ist.
  • Austauschen (neuer Stufe-2-Ofen, rund 2.000–8.000 € mit Einbau) lohnt fast immer bei alten, ineffizienten Öfen. Ein moderner Ofen holt aus demselben Holz spürbar mehr Wärme — die Ersparnis beim Brennstoff rechnet die höheren Anschaffungskosten über die Jahre ein Stück weit herein.

Faustregel: Ist der Ofen über 20 Jahre alt oder der Wirkungsgrad mies, ist Austausch meist die ehrlichere Investition als ein teurer Filter auf alter Technik.

Österreich: eigene Regeln statt BImSchV

Die 1. BImSchV ist deutsches Recht. In Österreich gelten stattdessen die Feuerungsanlagen-Regeln der Länder, die auf einer bundesweiten Vereinbarung (Art. 15a B-VG) beruhen, plus die regelmäßige Kehr- und Überprüfungspflicht durch den Rauchfangkehrer. Die Logik ist dieselbe — Grenzwerte für Staub und CO, Pflicht zu trockenem Holz, Überprüfung der Feuerstätte —, aber Fristen und Details unterscheiden sich je Bundesland. Wer in Österreich heizt oder verkauft, klärt die konkreten Anforderungen mit dem örtlichen Rauchfangkehrer. Für den Brennholz-Verkauf bleibt die Kernaussage gleich: trockenes Holz unter 20 % ist überall die sichere Seite.

Häufige Missverständnisse

  • „Offener Kamin ist verboten.” Nein — er ist von den Grenzwerten ausgenommen, darf aber nur gelegentlich und nicht als Hauptheizung betrieben werden.
  • „Mein alter Ofen ist sofort illegal.” Nur ohne Nachweis und nach Ablauf der Frist. Mit Herstellerbescheinigung oder bestandener Messung darf er weiterlaufen.
  • „Trockenes Holz reicht, dann ist alles egal.” Trockenes Holz hilft enorm bei den Werten, ersetzt aber keinen fristgerechten, zugelassenen Ofen.

Was bedeutet das für Brennholz-Verkäufer?

Restfeuchte-Pflicht beachten

Brennholz darf nur mit max 25% Restfeuchte verbrannt werden. Beim Verkauf als „trocken” Standard: unter 20%.

Details: BImSchV-Restfeuchte und Trocknung Brennholz + Holzfeuchte messen — Anleitung.

Kunden-Kommunikation

Viele Kunden wissen nicht über BImSchV-Pflichten. Als Verkäufer:

  • Auf dem Lieferschein Trocknungs-Status angeben (z. B. „17% Restfeuchte am 26.05.2026 gemessen”)
  • Beim Verkaufsgespräch auf 25%-Grenze hinweisen
  • Bei feuchtem Holz klar als „vortrocken” oder „frisch” kommunizieren

Marketing-Vorteil

Brennholz-Direktvermarkter mit Stufe-2-konformen Holz-Aufbereitung (sauber gemessen, dokumentiert) können das als Premium-Argument vermarkten:

  • „BImSchV-Stufe-2-tauglich”
  • „Restfeuchte unter 18% — perfekt für moderne Öfen”
  • „Mess-Doku auf Anfrage”

Was bedeutet das für Kaminofen-Besitzer?

Vor dem Kauf eines neuen Ofens

  • Nur Stufe-2-konforme Öfen kaufen (alle nach 2015 produzierten erfüllen das)
  • Wirkungsgrad beachten (höher = weniger Brennstoff)
  • Energielabel A+ oder A++

Bei Bestand-Ofen vor 2015

  1. Herstellerbescheinigung suchen (alte Rechnung, Bedienungsanleitung)
  2. Falls nicht da: Schornsteinfeger fragen
  3. Messung beantragen wenn kein Nachweis vorhanden
  4. Nachrüstung oder Austausch prüfen

Kosten-Vergleich

OptionKostenAufwand
Herstellerbescheinigung suchen€0wenige Std.
Schornsteinfeger-Messung€100-2001 Termin
Nachrüstung Staubfilter€500-2.000Schornsteinfeger + Heizungsbauer
Austausch Ofen€2.000-8.000Heizungsbauer

Nachrüst-Optionen

  • Katalysator (€300-800): reduziert CO, weniger Staub-Wirkung
  • Elektrostatischer Feinstaubfilter (€800-1.500): reduziert Staub-Emissionen
  • Brennraum-Optimierung (selten machbar): bessere Verbrennung

BImSchV + Brennholz-Qualität — direkte Verbindung

Die BImSchV-Grenzwerte werden mit trockenem Holz leicht erreicht. Mit feuchtem Holz sind sie kaum einzuhalten:

HolzfeuchteStaub-EmissionCO-Emission
12 % (kammergetrocknet)sehr niedrigsehr niedrig
18 % (optimal trocken)niedrigniedrig
25 % (BImSchV-Limit)grenzwertiggrenzwertig
35 % (vortrocken)überschreitet Stufe 2überschreitet Stufe 2
50 % (frisch)überschreitet Stufe 1überschreitet Stufe 1

Fazit: Wer trockenes Brennholz kauft (≤20% Restfeuchte), erfüllt die BImSchV-Werte automatisch — egal ob Stufe 1 oder Stufe 2-Ofen.

Brennholz-Abläufe mit Hofwerk

Tipp: Notiere die gemessene Restfeuchte je Charge auf dem Lieferschein — so hat dein Kunde den BImSchV-Nachweis schwarz auf weiß.

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Cross-Referenzen

Häufige Fragen

Was ist die 1. BImSchV?
Die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes regelt die Emissionen kleiner Feuerungsanlagen (Kaminöfen, Kachelöfen, Holzzentralheizungen). Sie wurde 2010 novelliert und enthält Grenzwerte für Staub und CO sowie Anforderungen an die Holz-Restfeuchte (max 25%).
Was ist der Unterschied zwischen Stufe 1 und Stufe 2?
Stufe 1 gilt seit 2010 für neu installierte Öfen, Stufe 2 seit 2015. Stufe 2 hat strengere Grenzwerte: Staub max 0,04 g/m³ (Stufe 1: 0,075 g/m³) und CO max 1,25 g/m³ (Stufe 1: 2 g/m³). Neue Öfen müssen Stufe 2 erfüllen.
Was passiert mit alten Kaminöfen?
Bestandsöfen unterliegen Übergangsfristen je nach Baujahr. Öfen von 1985-1994 mussten bis 31.12.2020 nachgerüstet oder ausgetauscht werden. Öfen 1995-2010 bis 31.12.2024. Wer keinen Nachweis hat darf den Ofen nicht mehr betreiben.
Welche Holzfeuchte erlaubt die BImSchV?
Max 25% Restfeuchte für die Verbrennung. Beim Verkauf als 'trocken' sollte der Wert unter 20% liegen. Wer feuchtes Holz verbrennt riskiert ein Bußgeld bei Schornsteinfeger-Kontrolle.
Muss ich meinen Kaminofen testen lassen?
Bei Inbetriebnahme erfolgt eine Abnahme durch den Schornsteinfeger. Danach in regelmäßigen Abständen (1-2 Jahre) Feuerstättenschau. Bei Verdacht auf Überschreitung der Grenzwerte kann der Schornsteinfeger Messungen anordnen.

Quellen

  1. co2online · BImSchV Stufe 1 und 2 Grenzwerte
  2. Bundesumweltministerium · Übergangsregelungen 1. BImSchV
  3. infire · BImSchV Emissionsgrenzwerte für Kaminöfen
  4. energie-experten · BImSchV Stufe 1 Regeln

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Hinweis: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Quellen, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Werte und Faustzahlen sind branchenüblich aggregiert (1. BImSchV · BMEL · Landesforst-Verwaltungen · agrarheute · forstpraxis). Vor MwSt-Verhandlungen oder Lieferschein-Praxis empfehlen wir eine Prüfung durch deinen Steuerberater oder die Landwirtschaftskammer. Stand der hier zitierten Quellen: 12. Juni 2026.