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Brennholz-Lieferschein 2026 — Pflichtangaben + Vorlage

Alles was 2026 auf einen Brennholz-Lieferschein gehört. GoBD-Pflichtangaben Aufbewahrungsfrist Festmeter-Raummeter-Einheit und MwSt-Logik 5,5 7 19 Prozent.

Von Sascha Ardeleanu · ·

Ein Brennholz-Lieferschein braucht fünf Pflichtfelder: Lieferscheinnummer, Datum, Name und Anschrift beider Seiten, Positionsliste mit Holzart und Menge sowie den korrekten MwSt-Satz (5,5 %, 7 % oder 19 %). Lieferscheine müssen nach GoBD sechs Jahre aufbewahrt werden — fehlende Angaben können im Streitfall nicht nachträglich bewiesen werden.

Ein korrekter Brennholz-Lieferschein ist mehr als ein nettes Detail. Er schützt dich vor Reklamationen, erfüllt die GoBD-Aufbewahrungspflichten und macht im Streitfall den Unterschied zwischen „nachweisbar geliefert” und „Behauptung gegen Behauptung”. Diese Anleitung zeigt was 2026 auf einen Brennholz-Lieferschein gehört.

Schnellantwort: Die 5 Pflicht-Felder

  • Lieferscheinnummer (eindeutig, z. B. LS-2026-0001)
  • Ausstellungs- + Lieferdatum
  • Name und Anschrift von Lieferant und Empfänger
  • Positionsliste: Holzart, Menge, Einheit (Festmeter / Raummeter / Schüttraummeter)
  • MwSt-Satz (5,5% / 7% / 19% je nach Steuerstatus)

Plus dringend empfohlen: Trocknungs-Status als Reklamationsschutz.

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Warum überhaupt ein Lieferschein?

Bei Brennholz gibt es typische Streitpunkte zwischen Verkäufer und Kunde:

  1. „Da war zu wenig drauf” — Kunde misst nach, kommt auf weniger Volumen
  2. „Das ist nicht trocken” — Kunde reklamiert die Restfeuchte
  3. „Ich habe Buche bestellt, das ist Mix” — Holzart-Streit
  4. „Wo ist meine Rechnung?” — Verlorene Belege

Ein sauberer Lieferschein nimmt drei dieser vier Streit-Themen vorweg. Punkt vier (Belegverlust) ist ein Buchhaltungs-Problem das du mit digitaler Archivierung löst.

Die GoBD-Pflichtangaben im Detail

Lieferscheinnummer (eindeutig)

Jeder Lieferschein braucht eine fortlaufende eindeutige Nummer. Beliebtes Format: LS-JAHR-LFD also LS-2026-0142. Doppelvergaben sind ein No-Go — wenn du in eine Steuerprüfung kommst, schaut das Finanzamt darauf.

Ausstellungs- und Lieferdatum

Beide Daten getrennt aufführen. Ausstellungsdatum = wann du den Lieferschein erstellt hast. Lieferdatum = wann das Holz beim Kunden ankommt (kann derselbe Tag sein oder später).

Name und Anschrift

  • Lieferant: dein vollständiger Name + Adresse (bei Pauschal-Landwirten reicht der Betriebssitz, kein Firmenname nötig)
  • Empfänger: Name + Anschrift wo das Holz hinkommt. Bei Privatkunden ohne UID-Nummer reichen Name + Adresse.

Positionsliste

Die wichtigste Zeile. Beispiel-Formulierung:

3 Raummeter Buche, gespalten, trocken (≤20% Restfeuchte) = 2,55 Festmeter Holzmasse

Die exakte Einheit (Raummeter, NICHT Festmeter) muss klar erkennbar sein. Wenn du Raummeter verkaufst aber Festmeter abrechnest, gibt es Streit.

Zur Sicherheit gibst du die Umrechnung in Klammern an — das macht den Kunden sicher und dich nachweisbar.

MwSt-Satz

Bei Brennholz gibt es drei mögliche Sätze:

StatusMwStWann
§24 UStG Pauschalierung5,5%Brennholz aus eigenem Wald, Pauschal-Landwirt
Regelbesteuerung Forst7%Regelbesteuernder Landwirt/Forstwirt, eigenes Holz
Gewerblicher Handel19%Brennholz zugekauft + weiterverkauft mit Gewinn, oder Holzhackschnitzel/Sägewerks-Produkte

Wichtig 2026: Ab 01.07.2026 müssen Pauschal-Landwirte beim Verkauf von Maschinen (nicht Brennholz!) den Regelsatz 19% anwenden. Brennholz-Verkauf selbst bleibt unverändert bei 5,5%.

Reklamationsschutz: Trocknungs-Status dokumentieren

Die häufigste Brennholz-Reklamation: „Das brennt nicht, das ist zu feucht.”

BImSchV erlaubt Verbrennung nur bis 25% Restfeuchte. Beim Verkauf als „trocken” sollte der Wert unter 20% liegen. Damit du im Streitfall belegen kannst dass dein Holz beim Verkauf trocken war:

  • Kategorie auf den Lieferschein schreiben: Frisch / Vortrocken / Trocken (≤20%) / Kammergetrocknet (≤15%)
  • Optional: mit einem Holzfeuchte-Messgerät die genaue Restfeuchte ermitteln und auf den Lieferschein eintragen
  • Bei Vorbestellung Monate vor Lieferung: Trocknungs-Erwartung dokumentieren (z. B. „im Oktober trocken”)

Aufbewahrungsfrist: 6 Jahre

Lieferscheine zählen als Handelsbriefe nach §147 AO. Aufbewahrungsfrist: 6 Jahre ab Ende des Kalenderjahres in dem der Lieferschein ausgestellt wurde.

Beispiel: Lieferschein vom 15.10.2026 → Aufbewahrung bis 31.12.2032.

Digital archivieren ist erlaubt und empfohlen — Papier-Stapel verlieren sich. PDF-Archiv mit Lieferscheinnummer im Dateinamen ist Standard.

Was NICHT auf den Lieferschein gehört

  • Preise oder Rechnungsbeträge — die kommen auf die Rechnung, nicht auf den Lieferschein
  • Persönliche Anmerkungen über den Kunden (DSGVO-Risiko)
  • Bankverbindung — gehört auf die Rechnung
  • MwSt-Berechnung mit Brutto/Netto-Aufschlüsselung — Lieferschein nennt nur den Satz, die Rechnung detailliert

Häufige Fehler beim Brennholz-Lieferschein

Fehler 1: Einheit unklar

„3 fm Buche” geliefert, aber „3 Raummeter Buche” verkauft. → Kunde rechnet falsch nach, Streit.

Fehler 2: Trocknungs-Status fehlt

Im Sommer geliefert „Buche trocken”, Kunde lagert weiter feucht, im Winter Reklamation. → Ohne Doku schwer abzuwehren.

Fehler 3: Falsche MwSt

Pauschal-Landwirt verkauft an Tischler mit 5,5% — Tischler kann nur 5,5% Vorsteuer ziehen statt 7%. → Streit oder Korrekturrechnung nötig.

Fehler 4: Keine Lieferschein-Unterschrift

Bei Reklamation behauptet Kunde „ich habe das Holz nie bekommen”. → Unterschrift = Beweis.

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Cross-Referenz: weitere Brennholz-Themen

Häufige Fragen

Welche Pflichtangaben muss ein Brennholz-Lieferschein enthalten?
Lieferscheinnummer (eindeutig), Ausstellungs- und Lieferdatum, Name und Anschrift von Lieferant und Empfänger, Position mit Holzart und Menge sowie Einheit (Festmeter, Raummeter oder Schüttraummeter). Zusätzlich empfohlen: Trocknungs-Status für Reklamationsschutz.
Wie lange muss ich Brennholz-Lieferscheine aufbewahren?
Lieferscheine gelten als Handelsbriefe und müssen nach §147 AO sechs Jahre aufbewahrt werden. Die Frist beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres in dem der Lieferschein ausgestellt wurde.
Welche MwSt gehört auf einen Brennholz-Lieferschein?
Brennholz aus eigenem Wald als Pauschal-Landwirt: 5,5% nach §24 UStG. Regelbesteuerung als Landwirt oder Forstwirt: 7%. Gewerblicher Brennholzhandel sowie Holzhackschnitzel und Sägewerks-Produkte: 19% Regelsatz. Der Satz muss klar auf dem Lieferschein stehen.
Muss der Trocknungs-Status auf den Lieferschein?
Nicht zwingend Pflicht, aber dringend empfohlen. Wenn du Brennholz als trocken verkaufst und der Kunde später behauptet das Holz war zu feucht, hilft die dokumentierte Restfeuchte beim Reklamations-Streit. BImSchV erlaubt nur Verbrennung bis 25% Restfeuchte.

Quellen

  1. sevdesk · Lieferschein Inhalt Pflichtangaben
  2. kostenlose-erechnung.de · Lieferschein 2026 Pflichtangaben
  3. Landesforstverwaltung BW · FAQ Brennholz

Hinweis: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Quellen, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Werte und Faustzahlen sind branchenüblich aggregiert (1. BImSchV · BMEL · Landesforst-Verwaltungen · agrarheute · forstpraxis). Vor MwSt-Verhandlungen oder Lieferschein-Praxis empfehlen wir eine Prüfung durch deinen Steuerberater oder die Landwirtschaftskammer. Stand der hier zitierten Quellen: 26. Mai 2026.