Hofwerk · Brennholz eine Werkstatt · hofwerk.at
Auf die Warteliste
■ Trocknung + BImSchV restfeuchte-trocknung

Brennholz-Restfeuchte BImSchV 2026 — was du wissen musst

Brennholz-Restfeuchte 2026: 1. BImSchV erlaubt 25 %, als trocken verkauft 20 %. Trocknungsdauer Buche, Eiche, Fichte plus Mess-Anleitung.

Von Sascha Ardeleanu · ·

Nach der 1. BImSchV darf Brennholz bei der Verbrennung maximal 25 % Restfeuchte haben. Für den Verkauf als trocken gilt die Grenze bei unter 20 %, optimal sind 15–18 %. Buche und Eiche brauchen 2–3 Jahre Trocknungszeit, Fichte und Kiefer 1–2 Jahre — bei überdachter, gut belüfteter Lagerung.

Brennholz mit zu viel Restfeuchte ist das häufigste Reklamations-Thema im Brennholz-Verkauf. Plus: seit der 1. BImSchV gibt es klare gesetzliche Grenzen. Diese Anleitung erklärt was 2026 gilt, wie du richtig trocknest, und wie du beim Verkauf rechtssicher die Trocknungs-Stufe dokumentierst.

Schnellantwort

  • Maximum nach 1. BImSchV: 25% Restfeuchte (für legale Verbrennung)
  • Verkauf als “trocken”: unter 20% Restfeuchte
  • Optimal für Brennwert: 15-18% Restfeuchte
  • Kammergetrocknet: unter 15% Restfeuchte
  • Trocknungsdauer: 1-3 Jahre je nach Holzart und Lagerung

Die 1. BImSchV — was wirklich erlaubt ist

Die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) regelt seit 2010 die Emissionen von Kleinfeuerungsanlagen. Für Brennholz heißt das konkret:

§3 Abs. 3 der 1. BImSchV: Naturbelassenes stückiges Holz einschließlich anhaftender Rinde darf nur mit einem Feuchtegehalt von maximal 25% verbrannt werden.

Das ist keine Empfehlung, das ist Pflicht. Verstoß kann nach §22 BImSchG als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld geahndet werden. Beim Verbraucher liegt die Verantwortung — aber als Verkäufer bist du in der Pflicht das Holz nicht über 25% Restfeuchte zu liefern (Reklamationsrisiko).

Warum 20% beim Verkauf als “trocken”?

Die 25%-Grenze ist die Verbrennungs-Obergrenze. Wenn du Holz als “trocken” anbietest, erwartet der Käufer einen niedrigeren Wert. Branchenstandard:

  • “Brennfertig” oder “trocken” = unter 20% Restfeuchte
  • “Optimal trocken” = 15-18% Restfeuchte
  • “Kammergetrocknet” = unter 15% Restfeuchte (technisch getrocknet)

Wenn du Holz als “trocken” verkaufst und der Kunde 22% Restfeuchte misst, hast du ein Reklamations-Problem — auch wenn du noch im BImSchV-Limit bist.

Trocknungs-Stufen — Verkaufs-Terminologie

StufeRestfeuchteWann verkaufenPreis-Niveau
Frisch35-50%Sommer-Saison, “zum selber Trocknen”-30%
Vortrocken25-30%Übergang, mit Hinweis-15%
Trockenunter 20%HauptsaisonStandardpreis
Optimal15-18%Hauptsaison, Premium+10%
Kammergetrocknetunter 15%Kurzfristig, Lieferung+30-50%

Trocknungsdauer pro Holzart

Die Trocknungsdauer hängt stark von Holzart, Lagerung und Klima ab. Realistische Werte unter optimaler Lagerung (überdacht, gut belüftet, gespalten, in Schichten):

Laubholz (langsame Trocknung)

  • Buche: 2-3 Jahre auf unter 20%
  • Eiche: 2-3 Jahre (sehr dicht, sehr langsam)
  • Esche: 2 Jahre
  • Ahorn: 2 Jahre
  • Birke: 1-2 Jahre

Nadelholz (schnellere Trocknung)

  • Fichte: 1-1,5 Jahre
  • Kiefer: 1-1,5 Jahre
  • Tanne: 1-1,5 Jahre
  • Lärche: 1,5-2 Jahre

Kammergetrocknetes Holz braucht nur 3-7 Tage im Trockner (bei 50-80°C), kostet aber Energie und ist teurer in der Produktion.

Richtig trocknen — was wirklich funktioniert

Sofort spalten

Das wichtigste Trocknungs-Booster: frisch geschlagenes Holz möglichst sofort spalten. Eine gespaltene Spaltfläche trocknet 3-4x schneller als ein Rundling. Optimal-Größe: 25-30 cm Umfang.

Erhöht und überdacht lagern

  • Erhöht (auf Paletten, Lagerböcken oder Stahl): kein Bodenkontakt, keine Bodenfeuchtigkeit, keine Schimmel-Risiko unten
  • Überdacht aber nicht komplett geschlossen: Schuppen mit offenen Seitenwänden, Holzunterstand mit Dach
  • NIE komplett unter Folie verpacken — Luft muss durchziehen können, sonst Schimmel

Stapel-Aufbau

  • Zwischen den Scheiten Luftraum lassen (lockerer Stapel)
  • Wind-zugewandte Seite offen
  • Polter-Reihen quer zur Hauptwindrichtung
  • Max Stapel-Höhe ~2 Meter (stabiler, besser belüftet als hohe Stapel)

Trocknungs-Standorte vergleichen

  • Schuppen mit offenen Wänden: ideal, Schutz + Luft
  • Polter im Garten unter Plane: geht, aber Plane nur oben
  • In Halle: schlechter — wenig Luftaustausch
  • Im Keller: sehr schlecht — meist zu feucht

Restfeuchte messen — wie es richtig geht

Messgerät kaufen

Ein digitales Holzfeuchte-Messgerät kostet €15-50. Brauchbar sind alle bekannten Marken (Brennenstuhl, Stihl, Bosch). Wichtig: Messbereich 0-50%, Einstech-Elektroden (nicht nur Oberflächenmessung).

Mess-Methode

  1. Scheit frisch spalten (auch wenn schon gespalten — Spaltfläche frisch machen)
  2. Messgerät innen ansetzen (3-5 cm vom Rand entfernt)
  3. Holzart einstellen (manche Geräte haben Buche/Fichte-Voreinstellung)
  4. Mindestens 3-5 Scheite messen und Mittelwert bilden
  5. An verschiedenen Lagern messen — der unterste Scheit-Bereich ist oft feuchter

Außenmessung an einer alten Spaltfläche ist ungenau — gibt zu niedrige Werte weil die Oberfläche austrocknet.

Wann messen

  • Vor Verkauf: immer messen, Werte pro Charge dokumentieren
  • Vor Bestellbestätigung: für Vorbestellungen vorab prüfen
  • Bei Reklamation: sofort vor Ort messen + dokumentieren

Dokumentation für Reklamationsschutz

Wenn du Brennholz als “trocken” verkaufst, dokumentiere die Trocknungs-Stufe:

  • Auf dem Lieferschein: “Trocken (≤20% Restfeuchte)” oder konkreter Messwert “17%”
  • In der Kundenkartei: welche Charge, welcher Trocknungs-Status
  • Foto vom Messgerät mit Datum als zusätzlicher Nachweis

Bei späterer Reklamation kannst du auf die Doku verweisen. Im Hofwerk-Tool (Hofwerk · Brennholz) wird die Trocknungs-Stufe pro Charge gespeichert — Lieferschein zieht den Wert automatisch.

BImSchV-Stufe 2 für Kaminofen-Besitzer

Wenn dein Kunde einen alten Kaminofen hat (vor 2010), gelten ggf. BImSchV-Stufe-1-Grenzwerte (4 g/m³ Staub, 2 g/m³ CO). Für neuere Öfen (ab 2015) Stufe-2-Werte (0,4 g/m³ Staub, 1,25 g/m³ CO). Trockenes Brennholz hilft beim Einhalten dieser Grenzwerte massiv — feuchtes Holz produziert mehr Schadstoffe.

Das ist primär Sache des Endverbrauchers, aber als Brennholz-Verkäufer kannst du argumentieren: “Mit unserem trockenen Holz schaffst du die BImSchV-Werte locker.”

Häufige Fehler bei der Trocknung

Fehler 1: Zu spät spalten

Rundlinge trocknen sehr langsam. Wer Buche-Rundlinge erst nach 6 Monaten spaltet hat 6 Monate Trocknungszeit verloren.

Fehler 2: Mit Folie komplett verpackt

Verhindert Luftaustausch, Holz schimmelt, Restfeuchte sinkt nicht.

Fehler 3: Auf dem Boden gelagert

Feuchtigkeit zieht hoch, unterste Scheit-Reihe wird nie trocken.

Fehler 4: Im Keller getrocknet

Keller hat meist 60-80% Luftfeuchtigkeit — Holz wird kaum trockener als 25%.

Fehler 5: Nie gemessen

Verkäufer sagt “trocken”, hat aber nicht gemessen. Kunde misst nach, 24% Restfeuchte → Streit.

Brennholz-Abläufe mit Hofwerk

Hofwerk · Brennholz trackt die Trocknungs-Stufe pro Charge:

  • Beim Einlagern: Stufe wählen (Frisch / Vortrocken / Trocken / Kammergetrocknet)
  • Bei Reife-Erreichung: automatische Umstufung möglich
  • Beim Lieferschein-Generieren: Trocknungs-Stufe + optional Messwert wird übernommen
  • Reklamationsschutz: dokumentierte Werte pro Charge

Auf die Warteliste setzen →

Cross-Referenzen

Häufige Fragen

Wie viel Restfeuchte darf Brennholz haben?
Nach der 1. BImSchV darf Brennholz für die Verbrennung maximal 25% Restfeuchte haben. Für den Verkauf als trocken sollte die Restfeuchte unter 20% liegen. Optimal sind 15-18%.
Wie lange muss Brennholz trocknen?
Je nach Holzart und Lagerung dauert die Trocknung 1-3 Jahre. Buche und Eiche brauchen länger (2-3 Jahre), Fichte und Kiefer trocknen schneller (1-2 Jahre). Bei optimaler Lagerung (überdacht, gut belüftet, gespalten) verkürzt sich die Zeit deutlich.
Wie misst man die Restfeuchte?
Mit einem digitalen Holzfeuchte-Messgerät (€15-50). Messung an mehreren Scheiten an einer frischen Spaltfläche im Inneren des Holzes, nicht außen. Mittelwert aus mindestens 3-5 Messungen nehmen.
Was passiert wenn ich zu feuchtes Brennholz verkaufe?
Reklamationsrisiko durch den Kunden. Wenn das Holz unter der Bezeichnung trocken verkauft wurde aber über 20% Restfeuchte hat, kann der Kunde Minderung oder Rückgabe verlangen. BImSchV-relevant wird es wenn das Holz vom Endverbraucher mit über 25% Feuchte verbrannt wird (Ordnungswidrigkeit beim Verbraucher).
Hat trockenes Brennholz wirklich mehr Heizwert?
Ja, deutlich. Frisches Holz mit 50% Restfeuchte hat nur ca. 50-60% des Heizwerts von trockenem Holz, weil viel Energie zum Verdampfen des Wassers verbraucht wird. Trockenes Buchenholz: ca. 2.000 kWh/Raummeter. Frisches Buchenholz: nur ca. 1.100 kWh/Raummeter.

Quellen

  1. co2online · BImSchV Stufe 1 und 2 Grenzwerte
  2. Bundesumweltministerium · Übergangsregelungen 1. BImSchV
  3. kaminholz-breuer.de · Holzfeuchte Brennholz Ratgeber
  4. Brune · Feuerholz lagern

Hinweis: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Quellen, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Werte und Faustzahlen sind branchenüblich aggregiert (1. BImSchV · BMEL · Landesforst-Verwaltungen · agrarheute · forstpraxis). Vor MwSt-Verhandlungen oder Lieferschein-Praxis empfehlen wir eine Prüfung durch deinen Steuerberater oder die Landwirtschaftskammer. Stand der hier zitierten Quellen: 27. Mai 2026.