Brennholz kaufst du am besten als Hartholz (Buche oder Eiche) mit höchstens 20 Prozent Restfeuchte, in Raummeter abgerechnet und zu einem regional fairen Preis (Buche grob 110–160 €/rm). Wichtiger als die Holzart ist die Trockenheit: frisches Holz ist billiger, heizt aber schlecht und verrußt den Kamin. Diese Anleitung führt dich durch die fünf Punkte, auf die es beim Kauf wirklich ankommt.
Die Kauf-Checkliste auf einen Blick
- Holzart: Hartholz (Buche, Eiche, Esche) für lange Brenndauer; Nadelholz (Fichte, Kiefer) für schnelles, flammiges Feuer und als günstigere Beimischung.
- Restfeuchte: höchstens 20 Prozent — Handels-Standard für „trocken“ und entscheidend für den Heizwert (die 1. BImSchV erlaubt beim Verbrennen maximal 25 Prozent).
- Einheit: in Raummeter (gestapelt) kaufen, nicht in Schüttraummeter (lose) ohne Umrechnung — sonst zahlst du für Luft.
- Menge: vorher den Jahresbedarf grob kennen, damit du nicht zu wenig oder zu viel bestellst.
- Preis: pro Kilowattstunde Heizwert vergleichen, nicht nur pro Raummeter — sonst wirkt billiges Nadelholz günstiger als es ist.
Brennholz, Kaminholz, Scheitholz — was ist der Unterschied?
Kurz: keiner. Brennholz, Kaminholz und Feuerholz meinen dasselbe — ofenfertiges, gespaltenes Holz zum Heizen. „Scheitholz” betont nur die Form, also gespaltene Scheite. Wer „Kaminholz kaufen” googelt und wer „Brennholz kaufen” sucht, will dasselbe.
Unterschiede macht nur, was im Holz steckt: die Holzart, die Scheitlänge (üblich 25, 33 oder 50 cm — muss in deinen Ofen passen) und vor allem die Restfeuchte. Auf das Wort kommt es nicht an, auf diese drei Dinge schon.
Welche Holzart kaufen?
Für die meisten Kamine und Öfen ist Buche die solide Standardwahl: hoher Heizwert, lange Brenndauer, ruhige Flamme, wenig Funken. Eiche brennt noch ruhiger und länger, ist aber etwas träger beim Anfeuern. Fichte und Kiefer sind günstiger, brennen schneller und flammiger — gut zum Anheizen und als Beimischung, aber sie funken stärker (Vorsicht beim offenen Kamin).
Den vollen Vergleich mit Heizwerten pro Raummeter, Trocknungsdauer und Brenneigenschaften je Holzart findest du im Brennholz Buche Eiche Fichte — Heizwert + Preis-Vergleich.
Worauf beim Kauf achten — die fünf Punkte im Detail
1. Restfeuchte: höchstens 20 Prozent
Das ist der wichtigste Punkt. Holz mit mehr als 20 Prozent Restfeuchte heizt schlecht, weil ein Teil der Energie das Wasser verdampft statt deinen Raum zu wärmen. Es verrußt zudem Scheibe und Schornstein. Die 1. BImSchV erlaubt beim Verbrennen maximal 25 Prozent (§ 3 Abs. 3) — kauf trotzdem nur Holz mit höchstens 20 Prozent, sonst heizt es schlecht.
Beim Kauf erkennst du trockenes Holz an Rissen in den Stirnseiten, geringerem Gewicht und einem hellen Klang beim Zusammenschlagen. Sicher ist nur ein günstiges Holzfeuchte-Messgerät — oder du lässt dir die Feuchte ausdrücklich zusichern.
2. Einheit: Raummeter statt Schüttraummeter
Brennholz wird meist in Raummeter (rm) verkauft — gestapeltes Holz inklusive Luft. Schüttraummeter (srm) ist lose geschüttet und enthält weniger Holz: 1 rm entspricht ungefähr 1,4 srm. Wer einen srm-Preis mit einem rm-Preis vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Rechne vorher um — der Festmeter-Raummeter-Rechner macht das in Sekunden.
3. Menge: erst den Bedarf kennen
Bestell nicht ins Blaue. Als grobe Faustregel braucht ein Hauptofen je nach Haus 4 bis 8 Raummeter pro Jahr. Genauer rechnest du es über Wohnfläche und Heizbedarf mit dem Brennholzbedarf-Rechner.
4. Preis: pro Kilowattstunde vergleichen
Buche kostet 2026 grob 110–160 €/rm, Fichte eher 60–90 €/rm. Fichte sieht billiger aus — aber pro Kilowattstunde Heizwert ist Buche oft günstiger, weil mehr Energie im Raummeter steckt. Genau dafür gibt es den Preis-pro-kWh-Vergleich; mehr dazu in den Brennholz-Preisen 2026.
5. Lieferung und Herkunft
Frag nach Lieferung (oft ab einer Mindestmenge frei), Scheitlänge und Herkunft. Regionales Holz spart Transport und ist meist frischer dokumentiert. Bei „waldfrisch” zum Selbsttrocknen gilt: nur kaufen, wenn du ein überdachtes, luftiges Lager und 1–3 Jahre Zeit hast.
Wie viel kostet Brennholz 2026?
Als grobe Orientierung pro Raummeter trocken (≤20 %):
- Buche / Eiche (Hartholz): 110–160 €/rm
- Esche / Birke: 100–140 €/rm
- Fichte / Kiefer (Nadelholz): 60–90 €/rm
- Kammergetrocknet (≤15 %): Aufschlag von 20–40 €/rm
Die Spanne hängt stark von Region, Menge, Scheitlänge und Lieferung ab. Details und Umrechnung auf den Heizwert findest du in den Brennholz-Preisen 2026.
Häufige Fehler beim Brennholz-Kauf
- Frisches Holz als „trocken” kaufen. Ohne zugesicherte Restfeuchte oder Messung ist „trocken” nur ein Wort.
- Schüttraummeter zum Raummeter-Preis bezahlen. Rund 30 Prozent weniger Holz für denselben Preis.
- Nur auf den rm-Preis schauen. Billiges Nadelholz kann pro kWh teurer sein als Buche.
- Zu lange Scheite bestellen. 33-cm-Scheite passen in die meisten Öfen, 50 cm oft nicht — vorher die Brennraum-Tiefe messen.
- Ohne Lager waldfrisch kaufen. Nasses Holz im falschen Lager wird schimmlig statt trocken.
Kaminholz lagern und aufbewahren
Gekauftes Holz hält nur, wenn es richtig liegt: luftig, überdacht, mit Abstand zur Wand, gespaltene Seite nach außen. Für drinnen reicht ein kleiner Vorrat von ein paar Tagen neben dem Ofen — ein Korb oder ein schmales Regal genügt, damit das Holz nachtrocknet und kein Ungeziefer in die Wohnung wandert. Den großen Vorrat lagerst du draußen unter einem Unterstand.
Wie du einen Stapel richtig setzt, wie viel Abstand er braucht und wie lange welche Holzart trocknet, steht ausführlich in Brennholz richtig lagern und trocknen.