Hofwerk · Brennholz eine Werkstatt · hofwerk.at
Auf die Warteliste
■ MwSt + Steuer mwst-pauschalierung

Brennholz MwSt 2026 — 5,5 vs 7 vs 19 Prozent erklärt

Brennholz-MwSt 2026: Pauschalierung, Regelbesteuerung, Gewerbe, Holzhackschnitzel. Änderungen nach §24 UStG plus Beispiele für Direktvermarkter.

Von Sascha Ardeleanu · ·

Brennholz aus eigenem Wald unterliegt als Pauschal-Landwirt nach §24 UStG einem Satz von 5,5 % — dieser bleibt 2026 unverändert. Wer der Regelbesteuerung unterliegt, zahlt 7 %. Gewerblicher Handel oder Holzhackschnitzel: 19 %. Ab 01.07.2026 gilt für Maschinen-Verkäufe von Pauschal-Landwirten ebenfalls 19 % — Brennholz ist davon nicht betroffen.

Die Mehrwertsteuer auf Brennholz ist überraschend kompliziert. Drei mögliche Sätze (5,5%, 7%, 19%), abhängig von deinem Steuerstatus und der Art des Verkaufs. Plus eine wichtige Änderung ab 01.07.2026 die viele übersehen. Diese Anleitung erklärt was 2026 für Brennholz-Direktvermarkter gilt.

Schnellantwort

  • 5,5% — Brennholz aus eigenem Wald, Pauschal-Landwirt (§24 UStG)
  • 7% — Brennholz aus eigenem Wald, Regelbesteuerung
  • 19% — Gewerblicher Brennholzhandel ODER Holzhackschnitzel ODER Sägewerks-Produkte

Wichtig 2026: Pauschalsatz für Brennholz bleibt 5,5%. Allgemeiner L+F-Pauschalsatz sinkt auf 7,8%. Ab 01.07.2026: Maschinen-Verkäufe von Pauschal-Landwirten zum Regelsatz 19%.

Festmeter-Rechner mit MwSt-Auswahl →

Die drei MwSt-Sätze im Detail

5,5% — Pauschalierung nach §24 UStG

Dies ist der häufigste Satz für kleine Brennholz-Direktvermarkter mit eigenem Wald. Voraussetzung:

  • Du bewirtschaftest eigenen Wald (Land- und Forstwirtschaft)
  • Du hast dich nicht zur Regelbesteuerung optiert
  • Dein Vorjahresumsatz lag unter der relevanten Grenze (aktuell €600.000 für Pauschalierung)

Was den Pauschalsatz besonders macht: Du musst keine Vorsteuer-Berechnung machen. Du berechnest 5,5% auf deine Brennholz-Rechnungen und behältst sie als Pauschalierung — du zahlst keine separate Umsatzsteuer an das Finanzamt für diese Umsätze. Die 5,5% gleichen die nicht abziehbare Vorsteuer auf deine Betriebsausgaben aus.

7% — Regelbesteuerung als Landwirt/Forstwirt

Wenn du dich zur Regelbesteuerung optiert hast (in der Regel weil dein Vorsteuer-Saldo überwiegt), gilt für Brennholz aus eigenem Wald der ermäßigte Regelsatz 7%.

Brennholz bleibt im 7%-Bereich weil es als “Holz in Form von Rundlingen, Scheiten, Zweigen, Reisigbündeln oder ähnlichen Formen” in Anlage 2 zum UStG (Position 44) gelistet ist.

19% — Gewerblicher Handel + Spezial-Produkte

Der Regelsatz 19% gilt in mehreren Fällen:

Fall 1: Gewerblicher Brennholzhandel. Wenn du Brennholz zukaufst und mit Gewinnabsicht weiterverkaufst, bist du ein Gewerbebetrieb (auch wenn du nebenbei Landwirt bist). Auf den gewerblichen Anteil gilt 19%.

Fall 2: Holzhackschnitzel. Hackschnitzel sind ausdrücklich vom 7%-Satz ausgenommen. Egal ob du Pauschal-Landwirt oder gewerblich bist — Hackschnitzel-Verkauf läuft auf 19%.

Fall 3: Sägewerks-Produkte. Schnittholz, Bretter, Balken — auch wenn du sie aus deinem eigenen Holz produziert hast — werden mit 19% besteuert. Der Pauschalsatz gilt nur für unverarbeitete Forstprodukte.

Die wichtige Änderung ab 01.07.2026

Mit Inkrafttreten des Wachstumschancengesetzes ändert sich die Pauschalierung in einem wichtigen Punkt:

Ab 01.07.2026 müssen Pauschal-Landwirte beim Verkauf von Maschinen den Regelsatz 19% berechnen — auch wenn diese Maschinen vorher im Betriebsvermögen waren.

Was das für Brennholz-Direktvermarkter bedeutet:

  • Verkauf von Brennholz: weiterhin 5,5% Pauschalsatz, KEINE Änderung
  • Verkauf einer alten Motorsäge / Spalter / Schlepper: ab 01.07.2026 → 19% Regelsatz auch für Pauschal-Landwirte
  • Wer eine Maschine kurz vor dem Stichtag verkauft (bis 30.06.2026): noch mit Pauschalierung möglich

Detail-Anleitung findet sich beim Maschinenring Oberallgäu.

Persona-Beispiele

Karl, 58, Pauschal-Landwirt mit 35 ha Wald

Karl verkauft 80 Festmeter Brennholz pro Jahr aus eigenem Wald. Er ist pauschalierter Land- und Forstwirt.

5,5% MwSt auf alle Brennholz-Rechnungen. Behält die 5,5% als Pauschalierung, zahlt keine separate USt an das Finanzamt für Brennholz.

Maria, 42, regelbesteuerte Forstwirtin mit 80 ha Wald

Maria hat sich zur Regelbesteuerung optiert weil sie hohe Investitionen mit Vorsteuer hat (neuer Forwarder).

7% MwSt auf Brennholz-Rechnungen. Vorsteuer auf Diesel, Maschinen-Reparaturen voll abziehbar.

Franz, 51, Brennholzhändler mit Zukauf

Franz kauft Stammholz von Forstbetrieben zu, spaltet und verkauft an Privatkunden. Eigener Wald: nur 5 ha.

→ Gewerbebetrieb. 19% MwSt auf alle Brennholz-Verkäufe (das ist Handelsware, kein L+F-Erzeugnis).

Lisa, 36, Pauschal-Landwirtin verkauft Hackschnitzel

Lisa hat 25 ha Wald und produziert Hackschnitzel mit eigenem Häcksler aus eigenem Holz.

→ Brennholz: 5,5%. Hackschnitzel: 19% (ausdrücklich ausgenommen vom Pauschalsatz).

Häufiger Fehler: falsche Persona-Zuordnung

Der schmerzlichste Fehler in der Praxis: Du berechnest beim Kunden 5,5% Pauschalsatz, der Kunde ist aber vorsteuerabzugsberechtigt (z. B. ein Tischler) und zieht 5,5% Vorsteuer. Bei deiner Buchprüfung stellt sich heraus: du hättest 7% berechnen müssen (Regelbesteuerung), oder das war eine gewerbliche Lieferung mit 19%. Du musst die Differenz nachzahlen — der Kunde will sie nicht zurückerstatten.

Lösung: Persona-Zuordnung sauber machen. Bei jedem Kunden klar definieren:

  • Privatkunde → dein Pauschalsatz gilt (5,5%)
  • Gewerblicher Kunde (mit UID) → Steuerstatus klären, ggf. Regelsatz
  • Eigene Persona klären → bist du wirklich Pauschalierer oder Regelbesteuerer?

Im Tool Hofwerk · Brennholz wird das einmal beim Onboarding eingestellt — danach läuft die MwSt-Logik automatisch.

Aufbewahrungsfristen

Alle Brennholz-Rechnungen und Lieferscheine: 6 Jahre nach §147 AO. Steuerberater empfehlen für Brennholz wegen der Komplexität 10 Jahre Aufbewahrung als Sicherheitspuffer.

Brennholz-Steuer-Checkliste 2026

Vor dem nächsten Verkauf prüfen:

  • Eigene Persona klar (Pauschal-Landwirt / Regelbesteuerung / Gewerbe)?
  • Korrekter MwSt-Satz auf Rechnung (5,5% / 7% / 19%)?
  • Lieferschein mit Pflichtangaben + Trocknungs-Status?
  • Falls Hackschnitzel/Sägewerks-Produkte mitverkauft: separate Position mit 19%?
  • Beleg für 6 Jahre archiviert?

Disclaimer

Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Bei Unsicherheit: Steuerberater fragen, vor allem wenn du an der Grenze zwischen L+F und Gewerbe wirtschaftest oder die Pauschalierungs-Optionsentscheidung ansteht.

Weiterführende Themen

Häufige Fragen

Welche MwSt gilt für Brennholz aus eigenem Wald 2026?
Für pauschalierende Land- und Forstwirte gilt nach §24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG ein Pauschalsatz von 5,5% für Brennholz und andere unverarbeitete Forstprodukte. Dieser Satz bleibt 2026 unverändert — im Gegensatz zum allgemeinen Pauschalsatz der auf 7,8% gesenkt wurde.
Wann gilt der Regelsatz von 19% für Brennholz?
Beim gewerblichen Brennholzhandel (zugekauftes Holz mit Gewinnabsicht weiterverkauft) gilt der Regelsatz 19%. Außerdem für Holzhackschnitzel, Sägewerks-Produkte und Schnittholz — auch wenn der Verkäufer Pauschal-Landwirt ist.
Was ändert sich bei der Pauschalierung ab Juli 2026?
Ab 01.07.2026 müssen Pauschal-Landwirte beim Verkauf von Maschinen den Regelsatz 19% anwenden statt der Pauschalierung. Brennholz-Verkauf selbst bleibt bei 5,5% — die Änderung betrifft nur Maschinen-Verkäufe.
Brauche ich einen Gewerbeschein um Brennholz zu verkaufen?
Brennholz aus eigenem Wald mit Gewinnerzielung gehört zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft — kein Gewerbeschein nötig. Wer zugekauftes Holz weiterverkauft braucht ab gewisser Schwelle einen Gewerbeschein. Wer nur die Selbstkosten deckt gilt als Liebhaberei und braucht kein Gewerbe.
Was passiert wenn ich den falschen MwSt-Satz verwende?
Korrekturrechnung muss erstellt werden. Wenn du als Pauschal-Landwirt aus Versehen 19% berechnet hast und der Kunde zog Vorsteuer, musst du den Differenzbetrag erstatten. Bei einer Steuerprüfung kann das nachgefordert werden — im Tool sollte die MwSt-Persona fest hinterlegt sein.

Quellen

  1. Haufe · Land- und Forstwirte Pauschalbesteuerung §24 UStG
  2. Treukontax · Pauschaler Umsatzsteuersatz für Land- und Forstwirte 2026
  3. agrarheute · Umsatzsteuer Holzhackschnitzel Ausnahme 19 Prozent
  4. Maschinenring Oberallgäu · Pauschalierung §24 UStG ab 01.07.2026

Hinweis: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Quellen, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Werte und Faustzahlen sind branchenüblich aggregiert (1. BImSchV · BMEL · Landesforst-Verwaltungen · agrarheute · forstpraxis). Vor MwSt-Verhandlungen oder Lieferschein-Praxis empfehlen wir eine Prüfung durch deinen Steuerberater oder die Landwirtschaftskammer. Stand der hier zitierten Quellen: 26. Mai 2026.